Weniger Ausbildungsstellen durch Corona

In Sachen Jugendarbeitslosigkeit ist Deutschland innerhalb Europas ein Musterschüler. Das belegen auch die aktuellen Zahlen des Statistischen Amts der Europäischen Union (Eurostat). Im März lag die Jugendarbeitslosenquote bei 5,6 Prozent – der niedrigste Wert innerhalb der EU. Zum Vergleich: In Spanien und Griechenland war rund jeder dritte der 15- bis 24-Jährigen ohne Arbeit. Doch seit März sind zwei Monate vergangen und die Corona-Krise hat die Wirtschaft mit voller Wucht getroffen. Die Jugendarbeitslosenquote wird steigen, da viele Betriebe aufgrund der Pandemie einen Einstellungsstopp verhängt haben und somit auch keine neuen Azubis mehr einstellen werden. 

Laut einer Konjunkturumfrage des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH) beabsichtigt jeder vierte Handwerksbetrieb, in Zukunft weniger auszubilden. Der Präsident des ZDH, Hans Peter Wollseifer, sieht deshalb dringenden Handlungsbedarf: „In der gegenwärtigen Krisenphase müssen wir alles tun, um Ausbildungsbetriebe über Wasser zu halten, damit sie als Ausbildungsorte nicht verloren gehen“. Die gute Nachricht: 38 Prozent der Betriebe planen, im kommenden Herbst genauso viele Lehrlinge einzustellen wie im Vorjahr, jeder zwanzigste Betrieb sogar mehr. Bei der ZDH-Umfrage zum Thema Corona haben mehr als 2.700 Betriebe teilgenommen.  

Finanzieller Zuschuss

Eine Ausbildung kostet nicht nur Zeit, sondern auch Geld – durchschnittlich sind das um die 16.500 Euro pro Azubi. Und da es sich bei 83 Prozent der Ausbildungsbetriebe um Klein- und Kleinstbetriebe handelt, fordert Wollseifer, gerade diesen finanziell unter die Arme zu greifen, etwa in Form eines einmaligen Zuschusses. Dieser sollte sich an 75 Prozent der durchschnittlich tariflichen oder Mindestausbildungsvergütung über einen Zeitraum von drei Monaten orientieren.  

(Bild: ZDH)

 

 

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