Vorsicht bei unbekannten Barzahlern

Das Thema Geldwäsche ist und bleibt für den Autohandel relevant. Inzwischen seien zwar viele Kfz-Betriebe für das Thema sensibilisiert, lobte ZDK-Geschäftsführer Ulrich Dilchert zum Auftakt der vierten Fachtagung „Geldwäscheprävention im Automobilhandel“ von TAK und Deutscher Gesellschaft für Geldwäscheprävention die Branche. Oftmals ließen aber noch Unwissenheit oder Unsicherheit die Betriebe nicht reagieren.

Andreas Glotz, Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Geldwäscheprävention stellte den Teilnehmern die wesentlichen Punkte des Geldwäschegesetzes und die daraus resultierenden Pflichten der Betriebe vor. Der wichtigste Punkt: Sollte ein Kunde den Verdacht erwecken, dass er mit seinem Autokauf Geld waschen wolle, müssten Kfz-Betriebe hellhörig werden.

Wenn mehrere Verdachtsmomente zusammenkommen, besteht Meldepflicht, so Glotz. Unternehmen sollten damit auch nicht zu lange warten. Doch nicht aus jeder Meldung resultiere automatisch eine Strafanzeige. Das entscheide die prüfende Behörde. Wolle ein Inhaber oder Geschäftsführer seinen Geldwäschebeauftragten davon abhalten, Meldung zu erstatten, müsse ihm klar sein, dass nicht sein Mitarbeiter dafür hafte, sondern er als Geschäftsführer oder Inhaber, sagte Glotz

Welche Geschäfte sind verdächtig? Nicht nur hohe Barzahlungen seien ein Zeichen dafür, dass Geldwäsche vorliegen könnte. Immer häufiger würden Scheinfirmen als Käufer auftreten. Die Hintermänner und Strippenzieher schickten meist bezahlte Mitarbeiter vor, die den Kauf abwickeln sollen. Besonders anfällig für die Geldwäsche seien zudem internetbasierte Verkäufe, weil sie grundsätzlich anonymer seien.

Wolfgang Volland, Kriminalkommissar a.D. vom LKA Berlin, stellte in seinem Vortrag typische Merkmale vor, die Täter im Gespräch zeigten. Dabei handelt es sich hauptsächlich um Gesten, die die Nervosität der Kunden verrieten. Verkäufer sollten sie klar erkennen können und bei Verdacht ruhig weitere Reaktionen des Kunden provozieren, beispielsweise durch Nachfragen, riet Volland.

Typische Beispiele aus dem Kfz-Handel, in denen die FIU ermittelte, stellte Georg Mäurer in seinem Vortrag „Geldwäsche – besondere Anhaltspunkte für den nationalen Kfz-Handel“ vor. Ein Klassiker sei die Baranzahlung bei einem Fahrzeugkauf. Beim Kaufrücktritt besteht der Kunde jedoch darauf, das Geld nicht wieder bar ausgezahlt, sondern es auf ein bestimmtes Konto überwiesen zu bekommen.

Der Zollbehörde gemeldet wurden in der Vergangenheit nicht nur die vermeintlichen Autokunden, sondern auch Firmen, die als Kfz-Händler getarnt Geldwäsche betrieben. Auffällig wurden sie, weil mehrere hohe Bargeldeinzahlungen auf Geschäftskonten und auf die Privatkonten erfolgten. Auch Banken meldeten der Zollbehörde Autohändler, wenn ihre Einzahlungen auffällig waren.

Grundsätzlich sollten Autohändler und ihre Verkäufer auf ungewöhnliche und vom normalen Autokauf abweichende Aktionen achten. Dabei gehe es nicht darum, jeden Kunden unter Generalverdacht zu stellen. Vielmehr sollte dann genau hingeschaut werden, ob es gleich mehrere Hinweise dafür gibt, dass es sich beim Kauf vor allem darum dreht, Geld zu transferieren, das nicht auf legale Art und Weise verdient wurde, lautete das Fazit der Referenten.

Die Akademie Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (TAK) bietet regelmäßig verschiedene speziell auf den Automobilhandel zugeschnittene Seminare zur Fortbildung und zur Zertifizierung als Geldwäschebeauftragten an – einige davon auch als Onlineseminare.

(Bild: gemeinfrei)

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