Vom Flüchtling zum Azubi

Rückläufige Bewerberzahlen machen den Betrieben zu schaffen. Auf der anderen Seite sind seit 2015 viele junge, engagierte Menschen ins Land gekommen, die hier unbedingt Fuß fassen möchten. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hatte deshalb das BOF-Programm ins Leben gerufen, das nicht mehr schulpflichtigen Flüchtlingen die Chance bietet, einen Beruf kennenzulernen und im besten Fall so sehr Gefallen daran zu finden, dass sie eine Ausbildung absolvieren. Bislang nutzten circa 3.300 Zugewanderte das Angebot. 

In 13 bis 26 Wochen werden die Teilnehmer gezielt auf eine Berufsausbildung vorbereitet. Während der ganzen Zeit werden die Flüchtlinge zudem von einem Begleiter individuell sozialpädagogisch betreut. Das schafft einerseits ein Vertrauensverhältnis und stärkt andererseits deren Selbstvertrauen. Flüchtlinge mit Kindern haben außerdem die Möglichkeit, den BOF-Kurs in Teilzeit zu absolvieren. Rund die Hälfte der Absolventen machte im Anschluss daran eine Ausbildung oder konnte in eine Einstiegsqualifizierung vermittelt werden. Ab sofort können überbetriebliche Berufsbildungsstätten (ÜBS) wieder neue Anträge beim Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) stellen.

Werkstatttage und Betriebsphase

Der Kurs gliedert sich in Werkstatttage und Betriebsphase. Bei den Werkstatttagen arbeiten die Teilnehmer in den Lehrwerkstätten und Praxisräumen der überbetrieblichen Berufsbildungsstätten. In einem Zeitraum von neun bis 18 Wochen können sie bis zu drei Berufe unter die Lupe nehmen und dabei feststellen, welcher Beruf am besten zu ihnen passt. Darüber hinaus steht ein Sprach- und Fachunterricht auf dem Stundenplan. Dieser macht sie fit für den Besuch einer Berufsschule. Haben sich die Teilnehmer letztlich für ihren Wunschberuf entschieden, startet die vier- bis achtwöchige Betriebsphase. Die Flüchtlinge bringen das zuvor Erlernte direkt in einem Betrieb ein und vertiefen so ihr Wissen und verbessern ihre Fähigkeiten. Umgekehrt lernt der Betrieb womöglich seinen neuen Azubi kennen. Interessiert? Weitere Informationen zum BOF-Programm finden Sie auf der Website des BIBB.

Bild: Julia Mauritz

 

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