Tausende Gesellen im Kfz-Gewerbe freigesprochen

Die Freisprechungen stellen für alle Auszubildenden einen Höhepunkt in ihrem beruflichen Leben dar. Wegen der Corona-Pandemie konnten die Kfz-Innungen die Veranstaltungen in diesem Frühjahr jedoch nicht wie gewohnt im großen Rahmen und mit persönlicher Gratulation durch den Obermeister und den Prüfungsausschussvorsitzenden stattfinden lassen.

Die meisten Innungen entschieden sich deshalb dazu, die Urkunden per Post zuzuschicken. Einige wie beispielsweise die Innung Unterfranken führten eine digitale Variante durch: Obermeister Roland Hoier und Prüfungsausschussvorsitzender Josef Möhler sprachen ihre rund 300 Auszubildenden per Livestream frei. Etwas Wehmut kam schon auf, als Ausschnitte aus dem Festprogramm der vergangenen Jahre gezeigt wurden.

Wo die Infektionszahlen es erlaubten, die Innungen besonders kreativ und auch die Zahl der Absolventen nicht zu groß waren, gab es andere Lossprechungen: In Oldenburg etwa überreichte Obermeister Björn Bigga im „Drive-in-Parcours“ auf dem Hof der Berufsschule die Gesellenbriefe. „Trotz der widrigen Umstände haben wir es zu einem tollen Erlebnis werden lassen“, sagte Bigga. Die Kfz-Innung Südniedersachsen hatte für ihre 27 Gesellen die Zeugnisse in der Berufsschule in Hann. Münden bereitgelegt, die sie in Kleingruppen abholen durften. Die Glückwünsche vom Prüfungsauschuss gab es mit dem nötigen Abstand.

In Pforzheim hat die Kreishandwerkerschaft die Freisprechung für alle Gewerke in einem eigens aufgebauten Autokino abgehalten. Die Teilnehmer konnten vorher aus vier Spielfilmen auswählen – nach dem Film gab es im nahe gelegenen Energieberatungszentrum dann die Gesellenbriefe, die einzeln abgeholt wurden. Matthias Morlock, Geschäftsführer der Kfz-Innung und der Kreishandwerkerschaft, erhielt viel Lob von den Teilnehmern. Kfz-Obermeister Timo Gerstel hatte als Mitglied im Förderverein „Kommunales Kino“ die Veranstaltung organisiert.

Wie in jedem Jahr konnte man bei allen Freisprechungsfeiern beobachten, welch große Bedeutung die förmliche Überreichung der Gesellenbriefe durch die Kfz-Innung für die frischen Gesellinnen und Gesellen hat. Sie stehen auf der Bühne, ihr Name wird genannt, und unter dem Applaus aller erhalten sie ihre Urkunde. Eine uralte Tradition als Abschluss der beruflichen Grundausbildung – denn natürlich geht das Lernen auch in den nächsten Jahren weiter.

(Bild: Zietz)

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