Studie zur Digitalisierung in der dualen Ausbildung

Das Thema Digitalisierung bewegt nicht nur das Kfz-Gewerbe, sondern ist ein Megatrend in der gesamten deutschen Wirtschaft. Da bietet es sich an, den Blick auch einmal auf andere Branchen zu richten – gerade, wenn es um die Digitalisierung der Ausbildung geht. Einen guten Anhaltspunkt bietet hier eine Studie, die das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) in diesem Jahr erstellt hat. Deren zentrale Aussage lautet: „In der dualen Ausbildung ist die Digitalisierung bisher wenig präsent.“

Nur gut zwei Drittel der Betriebe haben sich überhaupt schon mit der Digitalisierung der Ausbildung  beschäftigt. Vor allem für die meisten kleineren Unternehmen ist dies laut Studie bislang noch kein Thema. Dabei bestünden nach Ansicht der Wirtschaftswissenschaftler des IW hier Chancen für die Betriebe, ihre digitale Entwicklung voranzutreiben – schließlich brächten die jungen Auszubildenden häufig eine hohe Affinität für diese Technologien mit.

Tatsächlich werden laut Studie auch die meisten Veränderungen in puncto Digitalisierung in der Ausbildung durch Ideen und Erfahrungen der Auszubildenden angestoßen. Während nur knapp ein Drittel der Unternehmen neue Lehr- und Lernmethoden eingeführt hat, bringen in über der Hälfte der befragten Betriebe die Azubis ihre Ideen und Erfahrungen mit der Digitalisierung ein.

Die Firmen könnten dieses Engagement aber noch systematischer nutzen. So ließe sich zum Beispiel das berufliche Wissen der erfahrenen Fachkräfte mit dem digitalen Know-how der Azubis in altersgemischten Teams verknüpfen. Auf diese Weise profitieren beide Seiten – und damit letztendlich der gesamte Betrieb.

Und wie sieht es mit der Einbindung der Berufsschulen in dieses Thema aus? Hier liefert die Untersuchung nur wenige Ergebnisse. Der Grund dafür stimmt bedenklich: Die meisten Unternehmensvertreter geben nämlich an, sie könnten schlicht und ergreifend nicht beurteilen, ob beispielsweise die Zahl der Lehrkräfte und deren digitale Kompetenzen sowie die technische Ausstattung der Berufsschulen ausreichend sind oder nicht. Das deutet darauf hin, dass der Austausch zwischen den dualen Ausbildungspartnern verbessert werden muss.

Fest steht nach Ansicht der Wirtschaftsexperten, dass vermehrt in die Infrastruktur der Berufsschulen investiert werden muss, um eine zeitgemäße Ausbildung zu gewährleisten. Sowohl das betriebliche Ausbildungspersonal als auch die Lehrer an beruflichen Schulen sollten außerdem in Sachen Medienkompetenz weitergebildet werden. Denn über digitale Medien können sich neue Wege der Kooperation ergeben, die die Zusammenarbeit zwischen den betrieblichen und schulischen Akteuren intensivieren.

Großen Modernisierungsbedarf sehen die ausbildenden Unternehmen auch für die Strukturen der Ausbildung. Das ist zwar nichts Ungewöhnliches, da Ausbildungsberufe regelmäßig auf ihre Aktualität überprüft werden. Neu ist jedoch, dass die Digitalisierung nicht einzelne Berufe betrifft, sondern Auswirkungen auf alle hat. Einen Bedarf an neuen Ausbildungsberufen sieht dagegen nicht einmal ein Drittel der Befragten. Die Mehrheit bevorzugt eine Überarbeitung der bestehenden Ausbildungsordnungen sowie die Etablierung von Zusatzqualifikationen.

„Bislang gehören vor allem große und technologieintensive Unternehmen zu den Vorreitern der Digitalisierung in der betrieblichen Ausbildung, während kleinere und mittlere Unternehmen einen großen Orientierungs- und Unterstützungsbedarf aufweisen“, resümieren die IW-Forscher.

Das Kfz-Gewerbe sollte hier vergleichsweise gut aufgestellt sein. Schließlich profitieren von der Digitalisierung der Ausbildungsmagazine »autoFACHMANN« und ganz neu auch »autoKAUFMANN« kleine und mittlere Betriebe ebenso wie große Handelsgruppen.

(Foto: IW)

Bitte geben Sie die Zeichenfolge in das nachfolgende Textfeld ein.

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.