Simon Kazimirowicz sichert sich Ticket für die Worldskills

Sechs Stunden volle Konzentration, für sechs anspruchsvolle Aufgaben, 14 Kontrahenten und fünf Sieger: Der „Euro-Cup“, der am 8. Dezember im schweizerischen Bern stattfand, forderte vollen Einsatz von den Teilnehmern. Denn bei diesem Wettbewerb küren die Kfz-Verbände aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Luxemburg und Südtirol traditionell ihre Teilnehmer für die Berufsweltmeisterschaften.

In Bern starteten gleich vier Kfz-Mechatroniker aus Österreich, jeweils drei aus der Schweiz und Südtirol sowie zwei aus Luxemburg. Auch das deutsche Kfz-Gewerbe war mit zwei Teilnehmern vertreten: Simon Kazimirowicz, PLW-Landessieger aus Nordrhein-Westfalen, und Yannick Krahne, Sieger eines vom ZDK veranstalteten Azubi-Wettbewerbs. Beide trafen in Bozen auf starke Konkurrenz und landeten letztlich im Mittelfeld. Kazimirowicz bescherte dieses Resultat das Ticket für die Worldskills, die vom 22. bis 27. August 2019 in Kasan (Russland) stattfinden. Den Euro-Cup gewonnen hat René Grubelnig (Österreich) vor Damian Schmid (Schweiz) und Markus Hirner (Österreich).

Der Wettbewerb fand in den gut ausgestatteten Räumen der Berner Mobilcity statt, einem Ausbildungszentrum des Schweizer Kfz-Gewerbes (AGVS). Das Team um Oliver Maeder, Bereichsleiter Bildung des AGVS, hatte sechs äußerst anspruchsvolle Aufgaben erarbeitet, für die die Teilnehmer jeweils nur 60 Minuten Bearbeitungszeit hatten. Das Spektrum reichte von der Fahrwerksvermessung über Motor- und Komfortelektronik bis hin zur Getriebeinstandsetzung. Gefragt waren hier Know-how sowohl in der Fahrzeugelektrik und -elektronik als auch in der Mechanik sowie ein gutes Systemverständnis.

Der Weg war das Ziel

Um wirklich die Besten aus dem gut ausgebildeten Teilnehmerfeld selektieren zu können, waren die Aufgaben bewusst schwer gewählt, sodass es fast unmöglich war, jede Aufgabe in der zur Verfügung stehenden Zeit komplett zu lösen. „Gefragt waren schnelle Auffassungsgabe und eine ebenso schnelle Problemlösung. Die Aufgaben hatten ein hohes Niveau – wie man es von einem Euro-Cup, der die Vorstufe zur Weltmeisterschaft ist, erwarten kann“, erläutert ZDK-Referentin Andrea Zeus.

Deshalb bewerteten die Experten primär auch nicht die Zahl der gefundenen Fehler, sondern den Weg der Fehlersuche sowie den Umgang mit den Unterlagen und Testgeräten. Denn die richtige Diagnosestrategie ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor für die Arbeit im Kfz-Gewerbe. Die teilnehmenden Länder nutzen diesen Wettbewerb auch als Standortbestimmung in puncto Kfz-Ausbildung und als festen Bestandteil zur Vorbereitung auf die Berufe-WM. Denn er zeigt sehr deutlich die Stärken und Schwächen der Teilnehmer auf. So können sie für die WorldSkills gezielt geschult werden.

Stärken hat Simon Kazimirowicz eindeutig bei der Diagnose in der Fahrzeugelektronik gezeigt. Der 21 jährige Kfz-Mechatroniker hat seine Ausbildung im Mercedes-Autohaus Witteler in Brilon absolviert und arbeitet dort auch weiterhin. Der junge Fachmann hat zudem direkt nach seiner Abschlussprüfung mit der Weiterbildung zum Meister begonnen und auch hier bereits erfolgreich die Prüfungen bewältigt. Damit hat er nun den Kopf frei, um sich konzentriert auf die Weltmeisterschaften vorbereiten zu können.

(Foto: Schmidt)

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