Neue Weiterbildung für Oldtimer-Profis

Die Beschäftigung mit historischen Fahrzeugen verspricht attraktive Wachstumspotenziale für spezialisierte Fachbetriebe. Doch woher sollen diese Kfz-Werkstätten ihre Fachkräfte nehmen? Schließlich müssen diese über Fertigkeiten verfügen, die in der heutigen Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker gar nicht mehr vermittelt werden.

Seit Jahren versucht der ZDK, diesem drohenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Für einen eigenständigen Ausbildungsberuf erwies sich die Nische als zu klein. Stattdessen gibt es eine Weiterbildung für ausgelernte Gesellen zum „Servicespezialist für Old- und Youngtimer“. Die TAK bietet dazu ein Seminar an, das aus sechs Modulen besteht und zehn Schulungstage umfasst.

Nun soll auch für Kfz-Meister eine attraktive Weiterbildung hinzukommen, nämlich die zum Restaurator. Die ersten Lehrgänge sollen im Herbst starten. Das erklärte Andreas Zeus, Referentin in der Abteilung Berufsbildung und ZDK-Spezialistin für Old- und Youngtimer, in einem Gespräch mit der Fachzeitschrift »kfz-betrieb«.

„Restauratoren“ gibt es in anderen Gewerken schon seit vielen Jahren. Eine Neuordnung des Berufsbildes brachte die Möglichkeit, auch das Kfz-Gewerbe zu integrieren. Hier richtet sich die Fortbildung in erster Linie an den Kfz-Meister. Mit der Qualifikation zum „Restaurator Master Professional“ erreicht er eine Stufe über dem Meister. Auch wer zwar nicht Meister ist, aber die entsprechenden Fertigkeiten und Kenntnisse im Bereich der Restaurierung nachweist, kann zugelassen werden.

Alte Techniken und Fähigkeiten erhalten

Ein „Geprüfter Restaurator im Handwerk“ kann die Methoden zum Erhalt, zur Restaurierung und Konservierung von Kulturerbe anwenden. Weiterhin kann er die unternehmerischen Prozesse im Rahmen des Kulturerbe-Erhalts gestalten und steuern. Ganz besonders komme es laut Andrea Zeus auf den Wissenstransfer an, also darauf, alte Techniken und handwerkliche Fähigkeiten zu erhalten, zu pflegen und weiterzutragen.

Dabei ist sie sich der Tatsache bewusst, dass dieses hehre Ziel in der Praxis nicht immer eins zu eins umgesetzt werden kann: „Kundenwünsche haben Priorität. Kunden wegschicken, weil ihre Wünsche nicht dem Kulturerbe-Erhalt entsprechen, das kann der Restaurator wahrscheinlich nicht. Am Ende des Tages muss auch er wirtschaftlich arbeiten.“

Los gehen soll es mit der Fortbildung im kommenden Wintersemester. Als erste interessierte Anbieter haben sich Bildungszentren in Aurich, Hamburg und Stuttgart gemeldet. Die Fortbildung wird dann mindestens drei Jahre beanspruchen, sodass es im Winter 2024/25 die ersten Restauratoren Master Professional im kraftfahrzeugtechnischen Handwerk geben könnte.

Um dieses Ziel zu erreiche, müssen die Teilnehmer mindestens 1600 Stunden lernen – die Hälfte davon als Präsenzunterricht und die andere Hälfte im Selbststudium. Also ein „ganz schön umfangreiches Pensum“ wie auch Andrea Zeus findet.

(Bild: ProMotor/Volz)

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