Neue Ausbildung in der Caravaningbranche

Der erste wichtige Schritt für eine neue Fachrichtung ist vollzogen: Der Zentralverband Karosserie- und Fahrzeugtechnik (ZKF) und der Caravaning Industrie Verband (CIVD) werden eine dritte Fachrichtung im Ausbildungsberuf „Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker/-in“ erarbeiten. Dies dokumentierten beide Verbände in Bad Nauheim im ZKF-Mitgliedsbetrieb Karosseriebau Heinz in einer gemeinsamen Absichtserklärung. Die neue Fachrichtung trägt den Namen „Caravan- und Reisemobiltechnik“. Damit bekommt die Caravaningbranche den ersten, eigens auf sie zugeschnittenen Ausbildungsberuf. 

Den Startschuss für die Zusammenarbeit gaben (v. l.): Tim Rüttgers (Referent Technik und Umwelt im CIVD), Daniel Onggowinarso (CIVD-Geschäftsführer), Thomas Aukamm (ZKF-Hauptgeschäftsführer), Robert Ziegler (Referatsleiter Berufsbildung und Nachwuchsförderung im ZKF).
(Bild: Promotor)

Die Urlaubsform Caravaning liegt seit Jahren stark im Trend. 2021 wurden erstmals mehr als 100.000 Reisemobile und Caravans in Deutschland neu zugelassen. Insgesamt führt das Kraftfahrtbundesamt in Flensburg 1,3 Millionen zugelassene Freizeitfahrzeuge in seinem Register. Durch den rasanten Anstieg von rund 30 Prozent in den vergangenen fünf Jahren ist auch der Bedarf an Fachkräften in der Caravan- und in der Karosserie- und Fahrzeugbaubranche gestiegen. Sowohl in der Produktion als auch in den Werkstätten der Handels- und Handwerksunternehmen fehlt es aber an qualifiziertem Personal. 

Speziell auf Freizeitfahrzeuge ausgelegt

Die Neuordnung im Ausbildungsberuf „Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker/-in“ mit der neuen Fachrichtung soll den besonderen Anforderungen an Fachkräfte in der Caravaningbranche gerecht werden. Anders als im Pkw- oder Lkw-Bereich braucht es zur Produktion, Reparatur und Wartung eines Wohnmobils oder Wohnwagens beispielsweise auch Kenntnisse im Bereich Sanitäranlagen und Flüssiggas. Außerdem kommen im Wohnaufbau von Freizeitfahrzeugen Materialien wie Holz und GfK zum Einsatz, mit deren Umgang der klassische Kfz-Mechaniker eher ungeübt ist. „Die neue Fachrichtung ‚Caravan- und Reisemobiltechnik‘ leistet einen wichtigen Beitrag dazu, die Caravaningbranche fit für die Zukunft zu machen“, meint CIVD-Geschäftsführer Daniel Onggowinarso.

Zügig soll nun eine gemeinsame Ausbildungsverordnung erarbeitet werden, die auf einer doppelten Rechtsgrundlage basiert. Die Betriebe der beiden Verbände haben somit die Möglichkeit, sowohl in der handwerklichen als auch in der industriellen Ausbildung tätig zu werden. Gleichzeitig steigt der Bedarf an Caravaningfachkräften. Der CIVD geht davon aus, dass pro Jahr rund 300 Auszubildende bei den Herstellern und Händlern benötigt werden“.

Konstruktive Zusammenarbeit von ZKF und CIVD

ZKF-Hauptgeschäftsführer Thomas Aukamm zeigte sich überzeugt, dass „wir uns in Zukunft gemeinsam noch besser aufstellen und für junge Menschen dadurch attraktiver werden“. Die Bewältigung neuer Herausforderungen werde nur gelingen, wenn Verbände zusammenarbeiten, Synergien erkennen und nutzen. Neue technische Entwicklungen, wie die zunehmende Digitalisierung der Fahrzeuge und sich stark verändernde Mobilitätskonzepte, sorgen dafür, dass sich auch das Berufsbild noch stärker verändern werde. Hinzu komme ein dauerhafter allgegenwärtiger Fachkräftemangel. „Diese dramatischen Veränderungen lassen sich besser gemeinsam bewältigen in Form einer gemeinsamen Fachrichtung des Ausbildungsberufes“, so Aukamm.

(Bild: ZKF)

 

 

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