Kfz-Gewerbe startet „Betriebefinder“ für Ausbildungsinteressenten

Das Jahr 2020 war vor allem wegen der Corona-Krise ein schlechtes Jahr für die Ausbildung im Kfz-Gewerbe – und 2021 könnte nicht viel besser werden. Das ist zumindest die Tendenz einer Expertenbefragung auf der Jahrestagung der Initiative AutoBerufe, die mit Vertretern der Automobilhersteller, Importeure, Robert Bosch, der Landesverbände und des ZDK Ende Februar stattgefunden hat.

Für 2020 hat die Statistik des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) bis zum 30. September 11,9 Prozent weniger neue Ausbildungsverhältnisse bei den Kfz-Mechatronikern und Mechatronikerinnen sowie 19,5 Prozent weniger bei den Automobilkaufleuten ermittelt. Die Branche hofft, durch Nachholeffekte schlussendlich noch bei einem Minus von nur 2 350 Ausbildungsplätzen zu landen, was einem Rückgang von zehn Prozent entspräche.

Doch für 2021 prognostizierten 74 Prozent der befragten Bildungsfachleute erneut einen Rückgang beziehungsweise ein höchstens gleichbleibenden Angebot an gewerblichen Ausbildungsstellen im Kfz-Gewerbe; lediglich 26 Prozent rechneten im Vergleich zu 2020 mit einer Steigerung. Bei den kaufmännischen Berufen sah es ähnlich aus: 72 Prozent gingen von einer ähnlichen oder rückläufigen Entwicklung wie im vergangenen Jahr aus.
Fast zwei Drittel der Befragten meinten außerdem, dass Ausbildungsbetriebe im digitalen Recruiting, – beispielsweise digitalen Ausbildungsmessen, virtuellen Vorstellungsgesprächen oder dem Einsatz von Social Media – nicht besonders fit seien.

Vor diesem Hintergrund zeigten sich die Mitglieder der Nachwuchsinitiative „AutoBerufe – Mach Deinen Weg!“ davon überzeugt, dass ihr Engagement zur Sicherung und Förderung von Nachwuchs-Fachkräften für das Kfz-Gewerbe gerade in der Krise wichtiger denn je sei. Deshalb will die Initiative neben ihren bewährten Maßnahmen in diesem Jahr auch neue Projekte an den Start bringen.

An erster Stelle ist hier der sogenannte Betriebefinder zu nennen. Er soll Ausbildungsbetriebe bei der Suche nach geeigneten Bewerbern und die potenziellen Automobilkaufleute sowie Kfz-Mechatronikerinnen und Kfz-Mechatroniker auf dem Weg zu einem passenden Ausbildungsplatz unterstützten. Seit März steht er als gemeinsames Leuchtturmprojekt der Initiative AutoBerufe und des Kfz-Landesverbands Hessen online.

Ausbildungsplätze in der Umgebung finden

Der Betriebefinder soll dem drohenden Fachkräftemangel entgegenwirken und die Ausbildungsbetriebe des Kfz-Gewerbes für Jugendliche besser sichtbar machen. Schüler, die sich für eine Ausbildung im Kfz-Gewerbe interessieren, können unter wasmitautos.com/betriebefinder künftig gezielt nach Ausbildungsbetrieben in ihrer Umgebung Ausschau halten.

Über die Suche (nach Ort oder Postleitzahl) werden den Berufsinteressenten Ausbildungsbetriebe in ihrer Nähe angezeigt. Als Informationen erhalten sie die Adresse, die Kontaktdaten und die Website des Unternehmens, außerdem können die Betriebe einen Ansprechpartner angegeben, der bei ihnen für die Ausbildung zuständig ist.

Somit sollen interessierte Schüler ab sofort von der speziell auf ihre Wünsche zugeschnittenen Website wasmitautos.com direkt zu den Ausbildungsbetrieben gelangen. Die Bundesländer Hessen und Hamburg waren als erste mit dem Betriebefinder online, weitere folgen in den nächsten Tagen.

Neben dem Betriebefinder stellte die Initiative AutoBerufe auf ihrer Jahrestagung als weiteres Serviceangebot zum digitalen Recruiting einen Werkzeugkasten für Kfz-Betriebe vor. Er enthält Tipps und Hilfestellung für den Recruitingprozess von der Nachwuchswerbung über den Bewerbungsaufruf bis zum Onboarding. Auch dieses Paket soll Kfz-Betriebe im Wettbewerb um den so dringend benötigten Fachkräftenachwuchs unterstützen.

(Bild: AutoBerufe)

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