Junge Akademiker: Hersteller statt Händler

Ein Arbeitsplatz in der Autobranche hat für Studierende und Young Professionals zuletzt an Anziehungskraft eingebüßt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage des Instituts für Automobilwirtschaft (IfA) der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen mit 1600 teilnehmenden Personen, die branchenbezogene Studiengänge absolvieren oder bereits im Berufsleben stehen.

Um ihre Rolle als attraktive Arbeitgeber besonders zu kämpfen haben demnach Autohändler und Branchendienstleister. Sie wurden von den Umfrageteilnehmern im Durchschnitt als deutlich weniger attraktiv eingestuft als beispielsweise Automobilhersteller oder Zulieferer.
Am ehesten könnten sich Studierende und Young Professionals offenbar vorstellen, bei großen Handelsgruppen einzusteigen. Die fünf bestbewerteten Händler waren die Hahn-Gruppe (Gesamtnote: 3,06), die Emil-Frey-Gruppe (3,1), die AHG (3,13), die AVAG (3,29) und die Senger-Gruppe (3,4).

Hatte es in den letzten Jahren laut IfA einen leichten Trend in die Richtung gegeben, dass Händler die Attraktivitätslücke zu Herstellern etwas schließen könnten, war davon in der aktuellen Umfrage nichts mehr zu erkennen. Die gefragtesten Hersteller Porsche (1,98), Mercedes-Benz (2,13), Audi (2,39), BMW (2,42) und Tesla (2,45) schlossen durch die Bank deutlich besser ab als der Handel.

Gehaltsvorstellungen sinken

Besonders wichtig ist den Befragten offenbar ein gutes Betriebsklima und ein sicherer Arbeitsplatz. Weniger ins Gewicht fallen dagegen Faktoren wie „Image der Produkte und Dienstleistungen“ sowie das „Image des Arbeitgebers“. 

Informationen über potenzielle Arbeitgeber sammeln die Befragten vor allem online. Wichtigste Quelle ist dabei die jeweilige Unternehmenswebsite. Zwei Drittel gaben an, gezielt dort zu suchen. Ebenfalls häufig genutzt: Kontakt- und Karrierenetzwerke sowie Job-Börsen. Wichtigste Offline-Quelle sind laut der Umfrage Empfehlungen von Freunden und Bekannten.

Bei den Gehaltsvorstellungen der jungen Akademiker hat die Corona-Pandemie Spuren hinterlassen. Erwarteten Bachelor-Absolventen vor der Krise noch eine Einstiegsgehalt von 45.000 Euro, geben sie sich nun mit 39.000 Euro zufrieden. Bei Master-Absolventen sanken die Wünsche ebenfalls und lagen unter der Grenze von 50.000 Euro.

(Bild: IFA)

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