Immer mehr Azubis im Kfz-Gewerbe

Wer in Zukunft Erfolg haben will, braucht die richtigen Fachkräfte. Das haben die meisten Vernatwortlichen in den Kfz-Betrieben verstanden. Im Vergleich zum Vorjahr hat die Zahl der Ausbildungsverhältnisse erneut zugenommen. Insgesamt zählte das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) 23.415 neu abgeschlossene Ausbildungsverhältnisse für Kfz-Mechatroniker (Stichtag 30. September 2018). Dies entspricht einem Plus von rund 5,4 Prozent.

„Das ist ein tolles Ergebnis“, resümiert ZDK-Geschäftsführerin Birgit Behrens, die beim Zentralverband für die Abteilung Berufsbildung verantwortlich ist. „Die Ausbildungszahlen in der Branche steigen nun schon das fünfte Jahr in Folge.“ Nicht nur das: Das Kfz-Gewerbe erzielte auch den größten Zuwachs der vergangenen fünf Jahre. Damit lässt es andere Branchen weit hinter sich. Im Handwerk stieg laut BIBB die Zahl der Ausbildungsverhältnisse um 1,1 Prozent auf gut 143.300. Über alle Bereiche hinweg zählte des Institut mehr als 531.400 neue Ausbildungsverhältnisse, ein Plus von 1,6 Prozent.

„Der Zuwachs im Kfz-Gewerbe ist sicherlich auch der Attraktivität der Branche geschuldet“, nennt Behrens einen Grund. Daran scheint sich auch trotz Dieseldebatte und Streit um Emissionen und Fahrverbote nichts geändert zu haben. Seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten, rangiert der Kfz-Mechatroniker auf Platz eins der Berufswünsche junger Männer.

Plus auch bei Automobilkaufleuten

Auch die kaufmännische Seite verbucht einen Erfolg. Die Zahl der neuen Ausbildungsverhältnisse legte 2018 um 2,9 Prozent auf knapp 5.450 Neuverträge zu. Auch hier gilt: Seit 2013 verbuchen die Autohäuser kontinuierlich steigende Neuabschlüsse, allerdings gab es schon Jahre mit höheren Wachstumsraten.

Für die insgesamt sehr gute Entwicklung nennt Behrens weitere Gründe: „Wir erreichen mittlerweile auch Abiturienten und Studienabbrecher, sowohl im kaufmännischen als auch im gewerblichen Bereich.“ Auch diese Zielgruppen seien für die Branche von großem Interesse. Und nicht nur das: Die Branche wird für junge Frauen immer attraktiver. „Die Quote ist erneut leicht gestiegen“, freut sich Behrens. Allerdings geb es hier nach wie vor noch Luft nach oben.

Für das verstärkte Interesse der Jugendlichen macht Behrens unter anderem die preisgekrönten Kampagnen der vergangenen Jahre verantwortlich. Mit Jean-Pierre Kraemer führte das Kfz-Gewerbe die Kampagne „#wasmitautos“ durch, bei der junge Kfz-Mechatroniker-Azubis ihr Können live unter Beweis stellten. Im Anschluss kam die Aktion „#echteautoliebe“ mit Lina van de Mars, bei der Azubis aus der Kfz-Branche ihre Liebe zum Auto unter Beweis stellen sollten und dann ein Preisgeld gewinnen konnten. Solche Aktionen wirken sich auf die gesamte Branche aus.

Hohe Zuwächse in Bayern

Die guten bundesweiten Zahlen spiegeln sich in den einzelnen Landesverbänden wider; nur in wenigen Regionen ging die Zahl der neuen Ausbildungsverträge zurück, meist gab es ein sattes Plus: Bei den Kfz-Mechatronikern legten Bayern (+12,9 %) und Thüringen (+11,9) am deutlichsten zu. Schleswig-Holstein (+8,1 %), Sachsen-Anhalt (+7,7 %), Mecklenburg-Vorpommern (+7,2 %), Baden-Württemberg (+6,5 %) und das Saarland (+6,1 %) konnten ebenfalls ein spürbares Plus verzeichnen.

Im größten Landesverband Nordrhein-Westfalen stieg die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverhältnisse um 3,2 Prozent auf 4.533 Verträge. „Wir sind froh, dass wir weiterhin steigende Ausbildungszahlen im Kfz-Gewerbe verzeichnen. Dies ist nicht selbstverständlich, wenn man auf andere Gewerke schaut“, kommentiert Frank Mund, Präsident des Kfz-Gewerbes NRW.

„Allerdings müssen unsere Betriebe immer größere Anstrengungen unternehmen, um geeignete Bewerber zu finden. Angesichts der gestiegenen Anforderungen an viele Arbeitsplätze in unserer Branche sorgt uns weniger die Anzahl der Bewerber als vielmehr deren Grundqualifikationen. Daher ist es immer wichtiger, die ,richtigen‘ jungen Leute für eine berufliche Zukunft im Kfz-Gewerbe zu begeistern.“

(Foto: fotoART by Thommy Weiss/pixelio.de)

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