Gütegemeinschaft Service mit neuer Führung

Ute Schulze (Nissan) und Harald Grassl (BMW) bilden gemeinsam mit Birgit Behrens (ZDK) die neue Geschäftsführung der Gütegemeinschaft Service. Die Vertreter von Herstellern, Importeuren und Kfz-Gewerbe wählten sie auf ihrer Jahrestagung Ende April in Northeim einstimmig in ihr neues Amt. Sie folgen auf Frank Wielpütz (Toyota) und Uwe Behrens (VW), die aus gesundheitlichen bzw. beruflichen Gründen nicht mehr kandidiert hatten.

In der Gütegemeinschaft Service haben sich die Trainingsverantwortlichen von Automobilherstellern, -importeuren und Kfz-Gewerbe zusammengeschlossen, um sich um die Standards und Zertifizierung der qualifizierten Weiterbildungsstufen Automobilserviceberater, Teile- und Zubehörverkäufer sowie Serviceassistenz zu kümmern.

Diese automobilen Serviceberufe sind zwar eine Erfolgsgeschichte, doch angesichts von Digitalisierung und veränderten Anforderungen an die Beschäftigten im Kfz-Gewerbe müssen die zertifizierten Ausbildungsgänge zugleich aber auch weiterentwickelt werden. „Wir müssen uns als Gütegemeinschaft besser verkaufen und sexyer sein“, formulierte Grassl als Ziel. Die Vorgaben für den Weg zum angestrebten Prüfungsabschluss sollten künftiger weniger starr sein; entscheidend sei, dass am Ende die Ergebnisse stimmten.

Mit ähnlichen Überlegungen beschäftigen sich die Kollegen aus der Gütegemeinschaft Geprüfter Automobilverkäufer (GAV). Sie wollen die Ausbildung von Automobilverkäufern moderner gestalten und dabei verstärkt auf digitale Medien zurückgreifen. Da die beiden Gemeinschaften außerdem noch näher zusammenrücken wollen, diskutierten sie einen Tag lang intensiv im Tagungsformat eines Barcamps gemeinsam ihre künftigen Aufgaben und Herausforderungen.

Lernen der Zukunft

Den Einstieg in das Barcamp lieferte Prof. Peter Niermann mit seinem Keynote „Lernen der Zukunft“. Darin führte der Hochschullehrer und Unternehmer unter anderem aus, dass reines Faktenwissen in der Arbeitswelt von morgen nicht mehr ausreiche, ja geradezu wertlos werde. Denn in puncto Wissen sei künstliche Intelligenz dem Menschen über kurz oder lang überlegen. Statt Wissen solle man vermeintlich softe Faktoren wie Kreativität und Werte unterrichten, bei denen Maschinen nicht mithalten können.

Der mit der Digitalisierung verbundene radikale Technologiewandel erfordere einen ebensolchen Wandel in der Bildung, so Niermann. Erfolgreiche Unternehmen würden Raum für ein neues Führungsdenken schaffen, das erfolgreiches Lernen der Mitarbeiter belohne.

Im Anschluss durften und mussten die Tagungsteilnehmer selbst kreativ werden. In insgesamt zwölf Sessions diskutierten sie ergebnisoffen über Themen wie den Einsatz digitaler Lehrmittel in der beruflichen Weiterbildung, notwendige Kompetenzen von Mitarbeitern im Kundenkontakt im Autohaus oder Führungskompetenzen der Zukunft.

Zu abschließenden Ergebnissen kamen sie dabei zwar noch nicht, aber das war bei diesem Format auch gar nicht vorgesehen. Stattdessen erarbeiteten sie Thesen und Impulse, die bei Folgeterminen genauer ausgearbeitet werden sollen.

(Foto: Büttner)

Bitte geben Sie die Zeichenfolge in das nachfolgende Textfeld ein.

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.