Bremer Bildungsprojekt zur E-Mobilität

Wenn über kurz oder lang mehr Elektro- und Hybridfahrzeuge in die Werkstätten kommen, müssen die dortigen Fachkräfte qualifiziert sein, um diese warten und reparieren zu können. Ganz besonders gilt das für den Berufsnachwuchs, der von Anfang an für die Arbeit an der Technologie der Zukunft ausgebildet werden sollte.

Die Kfz-Innung Bremen will ihre Betriebe bei dieser Aufgabe nicht alleine lassen und startet ein bundesweit neues Projekt. Zusammen mit Partnern aus der Bremer Bildungs- und Wissenschaftslandschaft hat sie einen neuen Ausbildungsgang ins Leben gerufen. Mit dem neuen Ausbildungsjahr im August sollen mindestens 15, am besten sogar 25-30 Bremer Jugendliche ihre Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker mit Schwerpunkt System- und Hochvolttechnik beginnen.

Zusätzlich zur regulären Ausbildung in Kfz-Betrieben werden sie in dem neuartigen Lehrprojekt intensiv mit Elektromotoren, Batterien sowie Antriebs- und Umrichtetechnik vertraut gemacht. Möglich macht dies eine Kooperation mit dem Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung (IFAM), dem Kompetenzzentrum der Handwerkskammer Bremen, dem Technischen Bildungszentrum Mitte sowie dem Institut Technik und Bildung der Universität Bremen. Auch die Landespolitik unterstützt das Projekt; Bildungssenatorin Dr. Claudia Bogedan hat die Schirmherrschaft übernommen.

Eine Besonderheit des Modellprojekts ist die Tatsache, dass sich die Azubis bereits von Anfang an und nicht erst nach dem ersten Teil der Gesellenprüfung intensiv mit Hochvolt- und Systemtechnik auseinandersetzen werden. „Deshalb“, so Obermeister Hans Jörg Kossmann, „möchten wir besonders motivierte und eher leistungsstarke Jugendliche mit gutem mittleren Schulabschluss oder Abitur ansprechen“.

Versprechen kann er ihnen neben einer interessanten und abwechslungsreichen Ausbildung beste berufliche Perspektiven. „Wenn sie ihre Ausbildung beendet haben werden, verfügen sie über genau die Kenntnisse und Fertigkeiten, die dann gefragt sein werden“, ist der Obermeister der Kfz-Innung sicher.

Profitieren würden auch die Ausbildungsbetriebe, die ihren Bedarf an Fachkräften für Elektromobilität dann aus den eigenen Reihen decken können. Deshalb hat Kossmann auch keinerlei Zweifel daran, dass sich genügend Kfz-Betriebe an dem Projekt beteiligen werden.

Ein praktisches Problem kann heute noch darin bestehen, dass derzeit kaum Elektro- und Hybridfahrzeuge in die Werkstätten kommen, um die Nachwuchskräfte daran ausbilden zu können. Hier kann das Fraunhofer-Institut helfen: „Wir forschen schon seit Jahren an Kernfragen der Elektromobilität und bieten aus diesen Erfahrungen bereits Weiterbildungsseminare an. Dieses Wissen wollen wir jetzt in die Berufsausbildung übertragen“, sagt Stefan Sündermann, Projektleiter Technische Qualifizierung beim Fraunhofer IFAM. Auch um die Weiterqualifizierung der betrieblichen Ausbilder wolle man sich kümmern.

Im Mittelpunkt der praktischen Hochvoltausbildung wird der Umbau eines Fahrzeugs mit Verbrennungsmotor in ein Elektroauto stehen. Dies wird maßgeblich am Kompetenzzentrum der Handwerkskammer geschehen, das alle Bremer Kfz-Azubis regelmäßig zu überbetrieblichen Lehrgängen besuchen.

In den kommenden Wochen stehen die Projektpartner vor der entscheidenden Aufgabe, genügend Jugendliche für die neue, spannende Aufgabe zu begeistern. „Wir werden alle die Werbetrommel dafür rühren“, verspricht Bogedan als Schirmherrin.

(Foto: Büttner)

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