Bewerbersuche im Internet

Unter Corona-Bedingungen läuft die Bewerbersuche ganz anders ab als in normalen Zeiten. Berufsinformationstage und Ausbildungsmessen finden, wenn überhaupt, nur noch virtuell statt, Schülerpraktika gestalten sich kompliziert. Betrieben bleibt fast nur noch das Internet, um sich bei Jugendlich als attraktiver Ausbilder zu präsentieren.

Doch das Gute daran ist: Das digitale Recruiting bietet tatsächlich einige Vorteile, die auch dann noch Bestand haben, wenn ein Impfstoff gegen Covid-19 wieder etwas Normalität in unser Leben zurückgebracht haben wird. Digitale Hilfsmittel ermöglichen es zum Beispiel, eine größere Zahl an Interessenten anzusprechen, und das auch noch zu vertretbaren Kosten. Und vor allem erreichen Betriebe durch Online-Recruiting die Bewerber dort, wo sie sich schon vor Corona aufgehalten haben und wo sie sich ganz sicher auch in Zukunft noch aufhalten werden: im Internet.

Digitales Recruiting sollte also keine kurzfristige Mode sein, sondern ein langfristiger Trend. Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) hat deshalb im Rahmen seiner Nachwuchsinitiative „AutoBerufe“ viele Tipps zusammengestellt, was Ausbildungsbetriebe hierbei beachten sollten. Außerdem stehen unter www.autoberufe.de digitale Werbematerialien zur Verfügung, die Betriebe bei ihrer Bewerbersuche im Internet einsetzen können.

Was ist zu tun?

Ausgangspunkt aller Online-Marketingaktivitäten sollte die eigene Website sein. Ein eigener Unterpunkt „Wir bilden aus“ oder „Ausbildung bei uns“ spricht potenzielle Bewerber direkt an und sorgt für Übersichtlichkeit. Hier bietet es sich an, die Ausbildungsberufe kurz vorzustellen und natürlich auch gleich offene Stellen auszuschreiben. In der heißen Phase der Bewerbersuche können Hinweise oder Banner auf der Startseite für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgen.

Wichtig bei Stellenausschreibungen: Alle Schritte des Bewerbungsverfahrens klar kommunizieren! Der Interessent will gleich wissen: Bis wann soll ich mich wie und bei wem bewerben? Wann erhalte ich eine Rückmeldung? Wie geht es dann weiter?

Stellenausschreibungen auf der Website leben davon, dass sie auch gesehen werden. Eine gute Verschlagwortung erhöht die Wahrscheinlichkeit, über die Suchmaschinen gefunden zu werden. Vor allem aber können die Betriebe ihre meist ohnehin vorhandenen Social-Media-Kanäle nutzen, um Bewerber auf sich aufmerksam zu machen.

Eine Möglichkeit ist es, ein kurzes Video für Facebook oder Instagram zu drehen. Denn Filme erhalten meist noch mehr Resonanz als ein Bild mit Text. Eine kurze Vorstellung des Betriebs und der Ausbildungsstelle sowie der Aufruf zur Bewerbung können schon reichen, um die Neugierde zu wecken. Dabei muss es keine aufwendige Produktion sein, eine Aufnahme mit dem Smartphone reicht völlig aus. Aber auch ein ansprechendes Bild, verbunden mit einem prägnanten Text und einem passenden Hashtag kann helfen.

Ein weiterer Tipp für Social Media: Der Ausbilder oder Personaler sollte sich nicht verbiegen, indem er zum Beispiel eine künstliche Jugendsprache an den Tag legt. Vielmehr sollte er die Jugendlichen ernst nehmen und ihnen gegenüber authentisch auftreten. Dafür ist es übrigens äußerst hilfreich, ein junges Gesicht wie einen Azubi aus dem zweiten oder dritten Lehrjahr in die Kampagne zu integrieren.

Virtuelle Gespräche

Wenn nun hoffentlich viele interessante Bewerbungen eingehen, steht der Auswahlprozess an. Hierzu kann der Betrieb vielleicht schon mal einen kleinen Onlinetest versenden, um sich einen besseren Eindruck von den Bewerbern und deren Fähigkeiten zu verschaffen. Die Kommunikation kann wie gewohnt per E-Mail oder Telefon erfolgen. Auch WhatsApp oder andere Messenger-Dienste eignen sich als Kommunikationskanal.

Für virtuelle Kennenlerngespräche gibt es viele Möglichkeiten. Am einfachsten ist das Telefoninterview, doch ein Videointerview kommt dem persönlichen Gespräch näher. Dafür sind neben der Internetverbindung eine Webcam und ein Mikrofon nötig. Anbieter einer passenden Software sind beispielsweise Skype, Zoom, Google Meet oder Microsoft Teams. Diese Applikationen sind zumindest teilweise kostenlos erhältlich. Wichtig ist natürlich, dass auch der Bewerber über die entsprechenden Zugangsmöglichkeiten verfügt. Dies sollte mit der Einladung zum virtuellen Vorstellungsgespräch abgeklärt werden.

(Bild: Autoberufe)

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