Azubis online suchen – und finden

Stellenausschreibung, Bewerbungen sichten, Vorstellungsgespräche – vor einigen Monaten noch das übliche Prozedere, nach geeigneten Azubis zu suchen. In Corona-Zeiten ist jedoch alles ein wenig anders. Das gewohnte Auswahlverfahren mit persönlichem Kennenlernen ist laut Wilhelm Hülsdonk, ZDK-Vizepräsident und Bundesinnungsmeister des Kfz-Handwerks, mittlerweile eher die Ausnahme. Seiner Meinung nach müssen Ausbildungsbetriebe deshalb die Jugendlichen dort abholen, wo sich diese am liebsten aufhalten – in der digitalen Welt. Wie diese Azubi-Online-Suche aussieht und wie man sich als Ausbildungsbetrieb am besten präsentiert, dazu gibt die Initiative „AutoBerufe – mach Deinen Weg“ auf ihrer Webseite autoberufe.de zahlreiche Tipps & Tricks. 

Zeig‘, was Du hast!

Internetnutzer haben generell eher wenig Zeit. Die wichtigsten Informationen auf Unterseiten zu verstecken, ist demnach keine gute Idee. Aus diesem Grund rät der ZDK auch dazu, die offenen Lehrstellen in einer extra Rubrik aufzulisten. Möglich wäre zum Beispiel die Kategorie „Wir bilden aus“ oder „Ausbildung bei uns“. Somit sehen Interessierte auf den ersten Blick – beziehungsweise Klick –, welche Ausbildungsplätze angeboten werden. Wichtig: Unbedingt darauf hinweisen, dass die Stellenanzeigen auch in Corona-Zeiten noch aktuell sind. Das „nimmt den Interessenten die Unsicherheit, sich zu bewerben“, betont Hülsdonk. Und da doppelt gemoppelt bekanntlich besser hält, sollten die offenen Stellen auch auf der News-Seite, falls es eine gibt, erscheinen. 

Da die Corona-Pandemie die Nachwuchsgewinnung zusätzlich erschwert, hat das Handwerk eine Imagekampagne gestartet. Betriebe können unter www.werbemittel.handwerk.de unterschiedliche Motive kostenlos herunterladen und für Plakate, Facebook etc. nutzen. Mit den lockeren Sprüchen soll die junge Zielgruppe angesprochen werden. Zur Auswahl stehen sechs Motive, die sich zudem individualisieren lassen, etwa mit dem Firmenlogo. 

Darüber hinaus können Ausbildungsbetriebe ihre offenen Stellen im Lehrstellenradar der Handwerkskammern veröffentlichen. Dort gibt es durchschnittlich 135.000 Suchanfragen für Praktikums- und Ausbildungsstellen im Monat. Wer eine Eintragung wünscht, wendet sich einfach an seinen zuständigen Ansprechpartner bei der Handwerkskammer, zu finden unter www.lehrstellen-radar.de

Social Media

Messen, Tage der offenen Tür, Praktika – momentan ein Ding der Unmöglichkeit.  Aus diesem Grund sollten Ausbildungsbetriebe unbedingt die sozialen Netzwerke für sich nutzen. Denn die vielzitierte Generation Z ist dort ständig zugegen. Wer seine Stellenanzeige auf Facebook oder Instagram postet, erhöht die Reichweite. Idealerweise ist diese mit Bildern ausgestattet. Noch besser sind Videos, denn diese werden von den Jugendlichen eher wahrgenommen als Bilder. Aber keine Angst, es muss sich dabei auch nicht um eine High-End-Produktion handeln, ein kurzes Video mit dem Smartphone genügt völlig und wirkt gerade durch seine „Unperfektheit“ authentisch und sympathisch. Ein filmisch begleiteter Gang durch den Betrieb wäre zum Beispiel eine gute Idee, gemäß dem Motto „Hier könnte Dein Arbeitsplatz sein“. Oder ein Azubi aus dem zweiten oder dritten Lehrjahr beziehungsweise der Ausbilder könnten aus dem Nähkästchen plaudern. Von auf Jugendsprache getrimmten Texten ist übrigens laut ZDH abzusehen, da dies häufig krampfhaft und unecht wirkt. Die Kandidaten erwarten ehrliche Informationen zum Berufsbild und Ausbildungsbetrieb. Wer sich unsicher fühlt, wirft einen Blick auf die beiden Dokumente „Tone of Voice“ beziehungsweise den „Kurzleitfaden How-to Social-Media" – abrufbar im Download-Bereich unter www.autoberufe. Die sozialen Netzwerke eignen sich außerdem hervorragend, um darauf hinzuweisen, dass der Betrieb trotz Corona weiter ausbildet. 

Wichtige Kleinigkeiten

Wie hätten Sie’s denn gern? In der Stellenausschreibung muss außerdem stehen, ob der Jugendliche seine Bewerbung per Post, E-Mail oder online verschicken soll und welche Unterlagen überhaupt benötigt werden. Ebenfalls erwähnenswert: Wie lange es dauert, bis der Bewerber eine Antwort bekommt. Kleinigkeiten? Mitnichten! Aktuelle Studien zeigen, dass Bewerber großen Wert auf solche Informationen legen und daran auch die Qualität des Betriebes messen. Auch ein Ansprechpartner sollte nicht fehlen, für denn Fall, dass ein Bewerber Fragen hat.

Digitaler Auswahltest

Der Ausbildungsbetrieb hat einen Stapel Bewerbungen erhalten und jetzt stellt sich die Frage, wie es weitergeht. Möglich wäre zum Beispiel ein digitaler Auswahltest. In diesem kann der Betrieb bestimmte, für ihn relevante Kriterien abfragen. Den Link zur Teilnahme bekommen nur die Bewerber geschickt, die generell in Frage kommen. Diejenigen, die den Test bestanden haben, werden zum  virtuellen Vorstellungsgespräch eingeladen – wahlweise telefonisch oder per Videokonferenz. Für Letzteres benötigen Betriebe neben der Internetverbindung eine Webcam, ein Mikrofon sowie einen Anbieter wie Skype, Zoom oder Google Meet. Und nach dem Gespräch ist die Suche nach einem neuen Azubi im besten Fall beendet. 

(Bild: DHKT)

Bitte geben Sie die Zeichenfolge in das nachfolgende Textfeld ein.

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.