Ausbildungsumfrage 2019

Der ZDK fragte – und 656 Azubis sowie 883 Ausbilder standen Rede und Antwort. Die Branchenvereinigung hat im zurückliegenden Jahr mithilfe technischer und kaufmännischer Auszubildender sowie der Ausbildungsverantwortlichen die Situation des Nachwuchses der Branche beleuchtet. Die Ergebnisse fielen erfreulich aus.

Mit Zufriedenheitsgarantie

Die gute Nachricht: Die meisten Azubis sind rundum zufrieden. 87 Prozent gaben an, mit ihrem Beruf „zufrieden“ beziehungsweise „sehr zufrieden“ zu sein. Demzufolge würde auch die große Mehrheit sowohl ihren Ausbildungsberuf als auch ihren Ausbildungsbetrieb Freunden und Bekannten weiterempfehlen – wobei die Weiterempfehlungsrate bei den Kfz-Mechatronikern höher ist als bei den Automobilkaufleuten. Gänzlich unzufrieden sind nur drei Prozent der Befragten. Bei den Ausbildern ergibt sich ein ähnliches Bild: Die meisten erteilen ihren Azubis das Prädikat „gut“, wobei die Automobilkaufleute die Zufriedenheitsrangliste mit 88 Prozent anführen. 

Doch wo Licht ist, ist auch Schatten: 20 Prozent der Ausbilder sind mit ihren technischen Azubis ziemlich unzufrieden. Der Hauptgrund liegt an der für ihren Geschmack zu geringen Einsatzbereitschaft. Auch mit der Konzentrationsfähigkeit und der Sorgfalt soll es bei einigen nicht zum Besten bestellt sein. 

Obwohl die Autoberufe in der Beliebtheitsskala ganz oben stehen, empfindet es die Mehrheit der befragten Ausbilder als schwierig, geeigneten Nachwuchs zu finden. Insbesondere die freien Plätze in der technischen Sparte zu besetzen, stellt sich mitunter als echte Herausforderung dar. Mehr als die Hälfte der Ausbilder ist der Meinung, dass es weniger qualifizierte Bewerber gibt als noch vor vier Jahren. Schlechte schulische Leistungen (Schulnoten und Vorbildung) sind auch der Grund für die meisten Absagen. 70 Prozent lehnten Bewerber aufgrund eines unpassenden Auftretens (Sprache, Benehmen) ab. Kein Interesse am Beruf zu zeigen, ist für 52 Prozent ein Ausschlusskriterium. 

Ausbildungsplatz- und Azubi-Suche

Das Auto ist der Deutschen liebstes Kind. Da verwundert es nur wenig, dass Autoberufe bei den jungen Menschen seit jeher hoch im Kurs stehen. Fast drei Viertel der befragten Auszubildenden sagen beispielsweise: „Autos und Technik haben mich schon immer interessiert“. 47 Prozent waren von ihrem Praktikum dermaßen angetan, dass sie sich letztlich für eine Ausbildung entschieden. 44 Prozent sehen das Ganze eher praktisch: Die Aussicht, später einmal das eigene Auto beziehungsweise Motorrad selbst reparieren zu können, war für sie der größte Anreiz. Für 42 Prozent sind die guten beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten der Hauptgrund, eine Ausbildung zu beginnen. Ein Autoberuf als Lückenbüßer? Das gilt für eine Minderheit. 3,1 Prozent machen die Kfz-Ausbildung nur, weil sie ihren Wunschausbildungsplatz nicht bekommen haben. 

Das Praktikum bleibt sowohl auf der Azubi- als auch auf der Ausbilderseite ein Dauerbrenner. 95 Prozent der betrieblichen Ausbilder bieten in ihrem Betrieb Praktikumsstellen an, um so geeigneten Nachwuchs zu finden. Dies zahlt sich aus: 62 Prozent der befragten Azubis gaben an, dass sie ein Praktikum absolvierten, um sich über die Ausbildungsmöglichkeiten im Kfz-Gewerbe zu informieren. Den Ausbildungsplatz selbst suchten 95 Prozent im World Wide Web. Davon nutzten wiederum 58 Prozent das Internet allgemein zur Recherche, 31 Prozent suchten hingegen gezielt auf den Karriereseiten von Betrieben. 

Auch im Onlinezeitalter gibt es sie noch: die persönlichen Kontakte. Mehr als die Hälfte informiert sich bei Freunden, Bekannten oder Familienangehörigen. Ausbildungsmessen sind in Sachen Informationsbeschaffung mit knapp 21 Prozent auf dem dritten Platz gelandet. Fernsehen und Radio haben ausgedient. 

Fast die Hälfte (41 Prozent) der Betriebe verlangt nach einem Einstellungstest. Und in den meisten Fällen ist dieser auch selbst erstellt. Ein Fünftel greift hingegen auf den Test der Kfz-Innung zurück. 15 Prozent nutzen Einstellungstests, die ihnen von Automobilherstellern beziehungsweise dem vertretenen Hauptfabrikat zur Verfügung gestellt werden. Gut zu wissen: Azubis, die einen Test gemacht haben, spielen später weitaus seltener mit dem Gedanken, ihre Ausbildung vorzeitig abzubrechen. Dies gilt ebenso für diejenigen, die ein Praktikum absolvierten. 

Fazit: Fast 90 Prozent der befragten Azubis meldeten zurück, mit ihrem Beruf „zufrieden“ beziehungsweise „sehr zufrieden“ zu sein. Auch die meisten Ausbilder sind mit ihren Azubis zufrieden. Mit einem Praktikum fahren beide Seiten gut: Jugendliche merken, ob der Beruf etwas für sie ist, Ausbilder, ob der Praktikant zu ihnen passt. Dennoch sollten Betriebe mehr auf die jüngere digitalaffine Generation eingehen und zum Beispiel eine extra Karriereseite erstellen.

(Bild: ZDK)

 

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