Ausbildungsmarketing über soziale Netzwerke

Was müssen Kfz-Betriebe heute und in Zukunft tun, um weiterhin qualifizierte Nachwuchskräfte für sich gewinnen zu können? Mit dieser Frage beschäftigten sich die Teilnehmer eines Diskussionsforums auf der Bundestagung des Kfz-Gewerbes am 10. September in Frankfurt. Unter der Leitung von Birgit Behrens, ZDK-Geschäftsführerin für Berufsbildung, dikutierten sie unter der Überschrift „Wer nur inseriert, verliert“ mit Azubis und BFC-Studierenden über Ausbildungsmarketing mittels sozialer Netzwerke wie Facebook, Instagram und YouTube.

Den Auftakt gestaltete Gerald Neu, Geschäftsführer der Social-Media-Agentur Snoopmedia, mit einem Impulsvortrag. Wobei der Begriff Vortrag vielleicht ein falsches Bild vermittelt: Die Rolle der Teilnehmer beschränkte sich nämlich nicht auf die der Zuhörer, vielmehr sollten sie auch ihre eigenen Erfahrungen kundtun - selbstverständlich digital in der Form eines Onlinevotings.

Dabei kam heraus, dass für Kfz-Betriebe Veranstaltungen in Schulen sowie Berufsinformationsmessen die wichtigsten Wege der Nachwuchsrekrutierung darstellen. Doch rund zwei Drittel gaben auch an, soziale Netzwerke intensiv oder gelegentlich im Ausbildungsmarketing einzusetzen.

„Hier muss die Kommunikation immer emotional sein. Die Postings dürfen keine langen Fließtexte sein, sondern Bilder oder noch besser Videos beinhalten“, empfiehlt Social-Media-Experte Neu den Betrieben.

Bilder müssen emotional fesseln

Das bestätigten die Forumsteilnehmer, die vor kurzer Zeit selbst noch zur Zielgruppe gehört hatten: Auszubildende aus dem Autohaus Wicke in Bochum sowie Studierende der BFC in Northeim. „Jugendliche informieren sich online über potenzielle Ausbildungsberufe und -betriebe“, berichteten sie übereinstimmend. Das passiere einerseits über Google und die Websites der Autohäuser, andererseits aber auch über soziale Netzwerke wie Instagram.

Wichtig sei es daher, dass die Betriebe ihre Inhalte auf der Homepage und in den sozialen Kanälen attraktiv präsentieren. „Bilder müssen emotional fesseln, das Auge isst schließlich mit!“ Von ebenso großer Bedeutung sei es, authentisch aufzutreten und beispielsweise in einer Azubi-Instagram-Story auch die Schattenseiten nicht zu verheimlichen.

Ein weiterer Tipp des Branchennachwuchses lautete, die Hemmschwellen für Bewerbungen so niedrig wie möglich zu halten. Dazu gehöre es zum Beispiel auch, die Kontaktaufnahme via WhatsApp zu ermöglichen. Klassische Bewerbungsunterlagen und Vorstellungsgespräche könnten dann in späteren Schritten folgen.

Noch Luft nach oben scheint es in den Schulen zu geben. Durch die Bank berichteten die Nachwuchskräfte, dass sie im Rahmen ihres Unterrichts kaum Informationen über Ausbildungsberufe erhalten hätten. Insbesondere an den Gymnasien scheint nach wie vor die Meinung vorzuherrschen, die Jugendlichen sollten und würden ohnehin studieren.

(Foto: Büttner)

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