Ablösesummen für Auszubildende?

Eine gute Ausbildung hat ihren Preis. Nach einer Berechnung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) entstehen einem Ausbildungsbetrieb pro Jahr und Azubi Kosten in Höhe von durchschnittlich 18.000 Euro – zugleich erwirtschaftet der Lehrling nur rund 12.500 Euro.

Auch wenn es sich dabei um Durchschnittswerte handelt, die längst nicht für alle Branchen und Betriebe zutreffen: Insgesamt zahle der Betrieb fast immer drauf, sagt Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH). Von diesen Investitionskosten können die Ausbildungsbetriebe profitieren, wenn sie die jungen Leute übernehmen und als Fachkräfte einsetzen. Doch das funktioniert nicht, wenn die gut ausgebildeten jungen Menschen abgeworben werden und das Unternehmen verlassen.

Und das kommt ziemlich häufig vor, wie Wollseifer in einem Gespräch mit der Deutschen Presse Agentur (DPA) erklärte. Zwei von drei Fachkräften, die im Handwerk qualifiziert würden, arbeiteten im Laufe ihres Berufslebens in anderen Wirtschaftsbereichen. Auch viele Kfz-Betriebe mussten schon erleben, dass Nachwuchskräfte kurz nach der Ausbildung in die Industrie wechseln.

Wollseifers Lösungsvorschlag kommt aus der Welt des Sports: Er bringt Ablösesummen ins Spiel. Konkret könne man regeln, dass Auszubildende in den ersten Jahren nach ihrer Lehre nur dann den Betrieb wechseln dürften, wenn der neue Arbeitgeber einen Teil der Ausbildungskosten übernehme.

Mit diesem Gedankenspiel wollte Wollseifer nach eigenen Angaben eine Debatte anstoßen, und das scheint ihm gelungen – Widerspruch inklusive: Seine Kritiker bezweifeln unter anderem, dass sein Vorschlag mit dem Recht auf freie Berufswahl vereinbar wäre. Außerdem sei völlig unklar, wie die Aufwandsentschädigungen berechnet werden sollten.

(Foto: ZDH)

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